Türkei: Vom Baumschutz zur Revolution?

Dienstag, den 2.7.13 um 19:00 Uhr
im Taranta Babu Humboldtstraße 44, Dortmund

Der Auftand in der Türkei kam überraschend. Sie galt als eines der wenigen stabilen Länder in der Region, geführt von einer Regierung, die einen »gemäßigten« Islam mit einer modernen Wirtschaftspolitik verbindet. Der politische Einfluss der Türkei in der Region wurde stetig größer. Die schleichende Islamisierung und die Machtsicherung der AKP mithilfe harter Anti-Terrorgesetze, die auf JournalistInnen und andere angewendet wurden, wurde zwar wahrgenommen, größere Proteste blieben allerdings aus. Erschwerend kam noch hinzu, dass der Wind, den die Bewegungen des »arabischen Frühlings« erzeugt hatten, in den tragischen Bürgerkriegen in Libyen und Syrien stecken blieb.

Deswegen war die Bedeutung des Aufstands auch international sofort klar. Ausgehend von den Protesten gegen den Abriss des Gezi Parks im Zentrum Istanbuls wurde der Aufstand zum Brennpunkt, an dem sich viele Unzufriedenheiten ausdrückten. Unzufriedenheit mit der rücksichtslosen und korrupten Politik der AKP und ihren Verstrickungen mit Immobilienhaien; Unzufriedenheit mit der Islamisierung und den damit einhergehenden Einschnitten in die alltäglichen Leben; Unzufriedenheit mit der immer deutlicheren autoritären Politik und den Großmachtphantasien. Im Aufstand zeigten sich deutliche Risse im wirtschaftlichen Boom und dem damit verbundenen Versprechen von Wohlstand. Der Aufstand breitete sich unglaublich schnell über die gesamte Türkei aus und er fand einen Resonanzboden weltweit, der sich etwa in vielen Solidaritätsdemos überall ausdrückte.

Wir wollen in der ersten Ruhepause der Bewegung auf die Ereignisse der letzten Wochen zurückblicken und die Perspektiven diskutieren. Außerdem wollen wir über die Möglichkeiten weltweiter Solidarität sprechen. Dazu werden sich auch GenossInnen äußern, die aktive Solidarität geleistet haben und in der Türkei waren.

Vom Staatsschutz zum Heimatschutz

Dieser Text ist Resultat eines gruppeninternen Diskussions- und Reflexionsprozesses rund um die Gedenkaktivitäten zum 20. Jahrestag des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen sowie den „Nationalsozialistischen Untergrund“. Unser Augenmerk liegt dabei darauf, die Kontinuität des Rassismus in Staat und (deutscher) Gesellschaft aufzuzeigen:

Vor einem Jahr, im November 2011 wurde bekannt, dass Naziterrorist_innen des NSU aus dem Untergrund viele Jahre lang mordend durch Deutschland ziehen konnten, ohne dass sie gefasst wurden, ja scheinbar sogar ohne dass es auffiel. Mindestens zehn Morde, zwei Bombenanschläge und vierzehn Banküberfälle, werden der Gruppe um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zugeschrieben. Offenbar hatten sie nicht nur zahlreiche Unterstützer_innen in der Naziszene, sondern auch Teile des Staatsapparats wussten von den Morden und ihren Hintergründen.

Vom „Asylanten“ zum „kriminellen Ausländer“

Rassismus ist in der BRD sowohl institutionell als auch gesellschaftlich tief verwurzelt. Ausdruck fand dies spätestens seit den 80er-Jahren, als sich die Politik mit der Vorstellung anfreunden musste, dass die sog. „Gastarbeiter“ doch nicht nur vorübergehend in dieses Land gekommen sind. Die konservative und rechte Politik schlug einen zunehmend aggresiven Ton gegenüber Migrant_innen an, propagierte massiv eine „Das Boot ist voll“-Rhetorik und konstruierte damit das öffentliche Bild einer befürchteten Flüchtlingsflut. Gleichzeitig fachte sie die Angst vor Dieser an: Die „Asylanten“ würden Deutschland überschwemmen und die soziale Absicherung der deutschen Bevölkerung wäre nicht mehr gegeben. Für organisierte Neonazis war es ein Leichtes an diese Stimmungsmache in der Öffentlichkeit anzuknüpfen und ihre Propaganda fast ungestört in die Bevölkerung zu tragen.
Nicht nur die politische Agenda von Neonazis und der CDU ähnelten sich in dieser Zeit, auch die Öffentlichkeitsarbeit staatlicher Organe schürte gezielt die rassistische Stimmung: Vermeintliche Missstände, wurden z.B. durch die Einführung des Begriffs der „Ausländerkriminalität“ in den Polizeistatistiken rassistisch erklärt.
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Lesung und Diskussion über Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus

Lesung und Diskussion über Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus

Befreiung und soziale Emanzipation – Veranstaltung am 28.4.2012, 19 Uhr im AKZ Recklinghausen-Süd

Am Samstag, den 28. April 2012 veranstaltet die FAU Dortmund zusammen mit der ASJ Herne/Recklinghausen und mit Unterstützung vom Freundeskreis Autonomie um 19 Uhr im AKZ Recklinghausen-Süd eine Lesung und Diskussion mit Roman Danyluk (FAU München) zu seinem gerade erschienen Buch „Befreiung und soziale Emanzipation – Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus“. Infos dazu auch auf der Webseite zur Rundreise, und hier gibt’s eine Leseprobe.
Wir freuen uns (mal wieder:) auf einen spannenden Vortrag von Roman und eine ergiebige Diskussion, die sich anschließend beim Thekenabend im AKZ bei Musik, Getränken etc. vertiefen lässt.

„Was soll heute eigentlich konkret unter Befreiung und sozialer Emanzipation verstanden werden? Und warum sind viele der traditionslinken Vorstellungen überholt? Das vorliegende Buch erörtert genau diese Fragen und untersucht dabei die antiautoritäre proletarische Geschichte sowie die antiproduktivistischen Kämpfe in Vergangenheit und Gegenwart. Ausgehend von der sozialen Realität in den gegenwärtigen kapitalistischen Klassengesellschaften begibt sich Roman Danyluk auf die Spur der vergangenen selbstorganisierten direkten Aktionen des Proletariats ebenso wie des Kampfes der Lohnabhängigen gegen die Arbeit. Zentrale Begriffe der gesellschaftlichen Entwicklung – etwa Fortschritt, Produktivität, Arbeit – werden einer lebendigen und historischen Klassenanalyse unterzogen und auf emanzipatorische Art und Weise neu bestimmt. Damit versucht der Autor, eine sozialrevolutionäre Perspektive zur Umwälzung der sozial extrem ungleichen Klassenverhältnisse im Kapitalismus zu entwickeln.“

Auf nach Münster: Keinen Meter den Nazis!

keinenmeter.de.ms
Gemeinsame Anreise nach Münster: Samstag, 3.3., 8:40 am HBF Ausgang Nord (vorm CineStar)

Am 3. März wollen Nazis durch Münsters Straßen marschieren und ihre menschenverachtende Ideologie propagieren. Bereits 2006 verhinderten Blockaden von Anwohner_innen und antifaschistischen Initiativen einen Versuch von Nazis durch das Hansaviertel zu ziehen.

Nach wenigen Metern hatte es sich ausmarschiert. Die Straße war von vielen hundert Menschen besetzt, gemeinsam wurde so der Naziaufmarsch verhindert.

Am 3. März wollen wir gemeinsam mit vielen Menschen dafür sorgen, dass die Neonazis keinen Meter laufen. Wir wollen dieses Ziel in gemeinsamen Aktionen erreichen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich den Neonazis und ihrer rassistischen Hetze entgegen stellen. Wir werden den Neonazis zeigen, dass wir sie weder in Münster noch anderswo dulden.

Aus Verschiedenen Städten in NRW rufen Antifagruppen dazu auf, sich an den Blockaden zu beteiligen. Treffpukte für die Anreise gibt es neben Düsseldorf und Köln auch in Dortmund um 8:40 Uhr am Nordausgang des Hauptbahnhofs, vom CineStar-Kino.

„Was geht mich das an?“-Veranstaltung 28.2.2012

Nazis im Knast: Wegsperren – und gut is?!

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt am 31.03. in Dortmund Am Dienstag, dem 28.02.2012, lädt das Dortmunder Antifa-Bündnis im Rahmen der Vortragsreihe „Was geht mich das an!?“ und der Mobilisierung zur antifaschistischen Demonstration gegen rechte Gewalt am 31.03.2012 in Dortmund, zur Veranstaltung „Nazis im Knast – Wegsperren und gut is`?“ mit der Referentin Heike Kleffner ein. Neben dem Vortrag mit anschließender Diskussion gibt es für Interessierte Flyer und Plakate zur Mobilisierung für die bevorstehende Demonstration. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus.

Dutzende Überfälle auf die Hirsch-Q, Angriffe gegen das KulturHaus Taranta Babu, Parteibüros, ein Amoklauf gegen Polizeibeamte und der Mord an Mehmet Kubaşık durch den NSU – die Liste der Naziüberfälle in Dortmund ist lang. Eine effektive Strafverfolgung & Verurteilungen von Nazis findet bislang jedoch kaum statt. In den vergangenen Monaten hat das Dortmunder Antifa-Bündnis dies mehrfach aufgezeigt und kritisiert.

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31. März: Rechter Gewalt entgegen treten!

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt am 31.03. in Dortmund

Rechte Gewalt unmöglich machen
Am 31. März findet in Dortmund eine Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren. Darüber hinaus wollen wir mit dieser Demonstration auch das Ignorieren und Verleugnen von Phänomenen und Ausprägungen (alltäglicher) rechter Gewalt in den Fokus rücken sowie an die Opfer dieser Gewalt erinnern. Die Demonstration wird im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld stattfinden. Dort wohnen viele der Neonazis, die seit Jahren in Dortmund für eine Welle rechter Gewalttaten verantwortlich zeichnen. Anlass ist der siebte Todestag des Punks Thomas Schulz, der im Jahr 2005 von einem Neonazi erstochen wurde.
[…]

Den ganzen Aufruf findet ihr hier. Weiteres Material gibt es hier.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
31.03.2012 / 15:00 h / Dortmund / S-Bahnhof Universität

Paradigmenwechsel bei „Schmuddel“-Demo am 31.03. in Dortmund

Am 28. März 2005 wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin ermordet, weil Thomas die rechten Sprüche des Naziskins nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Kurz darauf demonstrierten mehr als 4.000 Antifaschist_innen in Dortmund gegen Neonazis. Dazu hatte ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen aufgerufen. Seither organisieren Dortmunder Antifaschist_innen jedes Jahr eine Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz, an der regelmäßig mehrere Hundert Personen teilnehmen. Der alljährliche Aufzug zum Monatswechsel vom März zum April ist weitläufig auch als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ oder kurz „Schmuddel“-Demo bekannt.

Im Zuge der Nachbereitung der jährlichen Demonstrationen und der Reflexion unserer Erinnerungspolitik, wurde zunehmend eine Diskrepanz zwischen unseren Ansprüchen und Zielvorstellungen auf der einen Seite und der praktischen Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Demo, auf der anderen Seite wahrnehmbar. Wir wollen deshalb im Folgenden begründen, weshalb wir die kommende Demo im März 2012 nicht mehr als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ verstanden wissen wollen.

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Hoffnung, Freiheit, Revolution – Filmreihe zum spanischen Bürgerkrieg

Im letzten Jahr gab es viel Unruhe und auch sonst ist viel passiert. Es verging kaum ein Tag ohne eine offensichtlich wichtige Meldung in den Nachrichten. Eine der wichtigsten Entwicklungen war, dass es an vielen Orten der Welt erstmals wieder große Mobilisierungen gab. Diese Mobilisierungen vom Tahrir-Platz in Ägypten über Puerta del Sol in Madrid und den Rothschild Boulevard in Tel Aviv bis zu Occupy Wallstreet haben bei allen Unzulänglichkeiten, Grenzen und inneren Widersprüchen etwas zurückerobert, was seit den 70er Jahren keiner Bewegung mehr gelungen ist: Sie werfen die Frage nach dem »Allgemeininteresse« auf – und diese »Allgemeinheit« versucht zu antworten. Da allerdings ihre Grenzen oft sehr deutlich sind und uns oft nicht klar ist wie wir zu handeln haben, wollen wir einen historischen Rückgriff wagen um uns zu ermöglichen die Zukunft mitzugestalten.

In seiner Zeit war die Revolution 1936 in Spanien eine Nachzüglerin der revolutionären Welle die durch Europa fegte: Russland 1917, Deutschland 1918-1921, Italien 1919- 1922. Überall scheiterte sie daran, die nationalen Grenzen, teilweise sogar die regionalen Grenzen nicht überschreiten zu können. Überall sind die Kosten der Niederlage hoch: Stalinismus, Nationalsozialismus, Faschismus – am Ende auch das Schicksal des spanischen Versuchs.
Spanien ist trotzdem ein gutes und inspirierendes Fallbeispiel: Seit dem Scheitern der ersten Internationalen war es durch die anarchistischen und syndikalistischen Strömungen der ArbeiterInnenbewegung dominiert und bot Raum für die Verwirklichung dissidenter Ideen, die nach der Verbindung gemeinschaftlichen Lebens und individueller Verwirklichung suchten und damit schon direkt beginnen wollten – die Geschichte dieser Versuche bis zur Niederlage erzählt »Die Utopie leben!«.

Trotzdem kommt es zum großen Aufbruch erst als die faschistische Gefahr droht. Um diesem Aufbruch und den Kampf gegen den Faschismus zu unterstützen gibt es eine riesige Internationale Solidaritätswelle und Viele schließen sich internationalen Brigaden an – einen Rückblick auf diese Solidarität gibt »Brigadistas«.

Trotzdem scheitert die Revolution und das schon bevor der Faschismus gewonnen hatte auch durch das Versagen der organisierten radikalen Linken und ihres »Antifaschismus« – einen Versuch dieses Scheitern nachzuerzählen unternimmt der Film »Land and Freedom« von Ken Loach.

Kommt vorbei wenn es euch interessiert, wenn ihr diskutieren oder auch einfach nur gemütlich nen Film sehen wollt!
Sonntag ist Kinotag!

Sonntag 29.01.2012, 20:00 Uhr»Die Utopie leben!« // Dokumentarfilm, 1997 // 96 Min. // Regie: Juan Gamero
Sonntag 05.02.2012, 20:00 Uhr»Land and Freedom« // Spielfilm, 1995 // 190 Min. // Regie: Ken Loach
Sonntag 12.02.2012, 20:00 Uhr»Brigadistas« // Dokumentarfilm, 2007 // 46 Min. // Regie: Daniel Burkholz

Mitveranstalter und Ort bei allen drei Filmen: Kulturzentrum „Langer August“, Braunschweigerstraße 22, Dortmund, Seminarraum unterm Dach

Nazis morden – der Staat schiebt ab

In den letzten 12 Jahren konnten die Naziterrorist_innen der NSU im Untergrund zahlreiche Morde verüben, ohne dass sie gefasst wurden, ja sogar ohne dass es jemandem auffiel. Nun sind sie aufgeflogen, ohne dass jemand bisher weiß warum.
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NSU- Ya şimdi?

Son 12 yılda NSU adlı asırı sağcı terörist grubun yeraltı cinayetleri, simdiye kadar kimsenin dikatini cekmemis, görülmemiş, duyulmamış olan terörist grubu sebebi bilinmeden şimdi ortaya çıkarıldı.

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