Hoffnung, Freiheit, Revolution – Filmreihe zum spanischen Bürgerkrieg

Im letzten Jahr gab es viel Unruhe und auch sonst ist viel passiert. Es verging kaum ein Tag ohne eine offensichtlich wichtige Meldung in den Nachrichten. Eine der wichtigsten Entwicklungen war, dass es an vielen Orten der Welt erstmals wieder große Mobilisierungen gab. Diese Mobilisierungen vom Tahrir-Platz in Ägypten über Puerta del Sol in Madrid und den Rothschild Boulevard in Tel Aviv bis zu Occupy Wallstreet haben bei allen Unzulänglichkeiten, Grenzen und inneren Widersprüchen etwas zurückerobert, was seit den 70er Jahren keiner Bewegung mehr gelungen ist: Sie werfen die Frage nach dem »Allgemeininteresse« auf – und diese »Allgemeinheit« versucht zu antworten. Da allerdings ihre Grenzen oft sehr deutlich sind und uns oft nicht klar ist wie wir zu handeln haben, wollen wir einen historischen Rückgriff wagen um uns zu ermöglichen die Zukunft mitzugestalten.

In seiner Zeit war die Revolution 1936 in Spanien eine Nachzüglerin der revolutionären Welle die durch Europa fegte: Russland 1917, Deutschland 1918-1921, Italien 1919- 1922. Überall scheiterte sie daran, die nationalen Grenzen, teilweise sogar die regionalen Grenzen nicht überschreiten zu können. Überall sind die Kosten der Niederlage hoch: Stalinismus, Nationalsozialismus, Faschismus – am Ende auch das Schicksal des spanischen Versuchs.
Spanien ist trotzdem ein gutes und inspirierendes Fallbeispiel: Seit dem Scheitern der ersten Internationalen war es durch die anarchistischen und syndikalistischen Strömungen der ArbeiterInnenbewegung dominiert und bot Raum für die Verwirklichung dissidenter Ideen, die nach der Verbindung gemeinschaftlichen Lebens und individueller Verwirklichung suchten und damit schon direkt beginnen wollten – die Geschichte dieser Versuche bis zur Niederlage erzählt »Die Utopie leben!«.

Trotzdem kommt es zum großen Aufbruch erst als die faschistische Gefahr droht. Um diesem Aufbruch und den Kampf gegen den Faschismus zu unterstützen gibt es eine riesige Internationale Solidaritätswelle und Viele schließen sich internationalen Brigaden an – einen Rückblick auf diese Solidarität gibt »Brigadistas«.

Trotzdem scheitert die Revolution und das schon bevor der Faschismus gewonnen hatte auch durch das Versagen der organisierten radikalen Linken und ihres »Antifaschismus« – einen Versuch dieses Scheitern nachzuerzählen unternimmt der Film »Land and Freedom« von Ken Loach.

Kommt vorbei wenn es euch interessiert, wenn ihr diskutieren oder auch einfach nur gemütlich nen Film sehen wollt!
Sonntag ist Kinotag!

Sonntag 29.01.2012, 20:00 Uhr»Die Utopie leben!« // Dokumentarfilm, 1997 // 96 Min. // Regie: Juan Gamero
Sonntag 05.02.2012, 20:00 Uhr»Land and Freedom« // Spielfilm, 1995 // 190 Min. // Regie: Ken Loach
Sonntag 12.02.2012, 20:00 Uhr»Brigadistas« // Dokumentarfilm, 2007 // 46 Min. // Regie: Daniel Burkholz

Mitveranstalter und Ort bei allen drei Filmen: Kulturzentrum „Langer August“, Braunschweigerstraße 22, Dortmund, Seminarraum unterm Dach