„Was geht mich das an?“-Veranstaltung 28.2.2012

Nazis im Knast: Wegsperren – und gut is?!

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt am 31.03. in Dortmund Am Dienstag, dem 28.02.2012, lädt das Dortmunder Antifa-Bündnis im Rahmen der Vortragsreihe „Was geht mich das an!?“ und der Mobilisierung zur antifaschistischen Demonstration gegen rechte Gewalt am 31.03.2012 in Dortmund, zur Veranstaltung „Nazis im Knast – Wegsperren und gut is`?“ mit der Referentin Heike Kleffner ein. Neben dem Vortrag mit anschließender Diskussion gibt es für Interessierte Flyer und Plakate zur Mobilisierung für die bevorstehende Demonstration. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus.

Dutzende Überfälle auf die Hirsch-Q, Angriffe gegen das KulturHaus Taranta Babu, Parteibüros, ein Amoklauf gegen Polizeibeamte und der Mord an Mehmet Kubaşık durch den NSU – die Liste der Naziüberfälle in Dortmund ist lang. Eine effektive Strafverfolgung & Verurteilungen von Nazis findet bislang jedoch kaum statt. In den vergangenen Monaten hat das Dortmunder Antifa-Bündnis dies mehrfach aufgezeigt und kritisiert.

Nun kommt Bewegung in die Sache: In den nächsten Wochen und Monaten finden in Dortmund diverse Prozesse gegen Neonazis statt: Sven Kahlin, verurteilt zu sieben Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags an dem 32-jährigen Punk Thomas Schulz, ist ein Jahr nach seiner vorzeitigen Haftentlassung und anschließender Crashtour wieder in der Untersuchungshaft gelandet und sieht sich weiteren Strafverfahren für diverse Gewaltdelikte gegenüber. Die Führungskader der Neonazikameradschaft „NW-Dortmund“, Dennis Giemsch und Alexander Deptolla, sollen demnächst wegen „Rädelsführerschaft“ bei dem Angriff von 400 Neonazis auf eine 1.Mai-Demo des DGB im Jahre 2009 vor Gericht stehen. Und nachdem durch das Video der Überwachungskamera an der HirschQ diverse Neonazis von der Staatsanwaltschaft identifiziert worden sind, scheint auch in diesem Fall – trotz schleppender Arbeit der Staatsanwaltschaft – eine Anklageerhebung möglich.

Abgesehen also davon, dass vermutlich bald einige der rechten Schläger von der Straße sind und die Nazis mit „Antirepressionsarbeit“ beschäftigt sein werden: Was passiert eigentlich, wenn die Strafverfolgung greift? Welchen Einfluss hat diese auf die Verurteilten, welchen Einfluss auf die Szene? Warum kommen Nazis teilweise gestärkt aus der Haft?

Bei dem Thema „Nazis im Knast“ wird auch über die mittlerweile verbotene HNG (Hilfsorganisation für Nationale Gefangene und deren Angehörige) zu reden sein.

Die Journalistin Heike Kleffner wird anhand von Beispielen aus dem Bundesgebiet einige Schlaglichter auf den Strafvollzug werfen. Ein_e Autor_in der Lotta zeichnet Entwicklungen in NRW nach.

Disclaimer
Personen, die der rechten Szene zugehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit bereits durch rassistische und antisemitische Äußerungen aufgefallen sind, ist die Teilnahme an den Veranstaltungen untersagt.